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Die IgA-Nephropathie, auch IgA-Nephritis genannt, wird häufig per Zufallsbefund bei Vorsorgeuntersuchungen oder Routinekontrollen entdeckt.1 Woran liegt das? Gerade in frühen Krankheitsstadien zeigen sich in vielen Fällen keine eindeutigen Symptome, die auf eine IgA-Nephropathie hinweisen. So kommt es nicht selten vor, dass Menschen jahrelang mit der Erkrankung leben, ohne davon zu wissen.2 Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung kann die IgA-Nephropathie deshalb unter Umständen schon fortgeschritten sein.3 Erfahren Sie, welche frühen Symptome auf eine IgA-Nephritis hinweisen können und welche Anzeichen einen Arztbesuch erforderlich machen.

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Becher mit einer schäumenden gelblichen Flüssigkeit.
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Eiweiß im Urin macht sich erst in hohen Mengen bemerkbar 

Eiweiße (Proteine) im Urin – medizinisch als Proteinurie bezeichnet – sind ein häufiges Symptom bei der IgA-Nephropathie. Auch bei gesunden Menschen gelangen geringe Mengen an Eiweiß durch die Filtersysteme der Nieren in den Urin. Dies bezeichnet man als physiologische Proteinurie (weniger als 150 Milligramm pro Tag).Besteht eine Proteinurie allerdings dauerhaft oder sind die Eiweißwerte im Urin erhöht, kann dies auf eine Nierenschädigung hinweisen.4 Die Ursache einer Proteinurie liegt darin, dass die Glomeruli beeinträchtigt sind: Die winzigen Nierenfilter werden durchlässig für größere Eiweiße, die dann aus dem Blut in den Urin gelangen. Eine leichte Proteinurie ist nur über einen Harntest nachweisbar.4 Erst bei größeren Eiweißverlusten kann eine Proteinurie durch einen schäumenden oder trüben Urin für das Auge sichtbar werden. Bei Menschen mit IgA-Nephropathie kann die Proteinurie entweder gering (< 1 Gramm pro Tag) oder stärker (> 1 Gramm pro Tag) ausgeprägt sein. Das Ausmaß der Proteinurie kann dabei Auskunft über den weiteren Krankheitsverlauf geben.

Blut im Urin kann auf Erkrankungen der Nieren hindeuten 

Blut im Urin – medizinisch als Hämaturie bezeichnet – kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig steckt ein einfacher Harnwegsinfekt oder kleine Nierensteine dahinter, in einigen Fällen können aber auch ernst zu nehmende Erkrankungen dafür verantwortlich sein: so auch die IgA-Nephropathie.Bei der Mehrzahl der Betroffenen ist eine wiederkehrende Hämaturie das erste und nicht selten das einzige Symptom der IgA-Nephropathie.6 Grund dafür sind geschädigte Glomeruli, deren Filter durchlässig für größere Blutbestandteile wie rote Blutkörperchen geworden sind. Die Hämaturie kann nur leicht ausgeprägt sein, sodass sie mit dem bloßen Auge nicht zu sehen und nur mithilfe eines Urintests nachweisbar ist. Dann spricht man von einer Mikrohämaturie. Bei größeren Blutmengen verfärbt sich der Urin rötlich oder bräunlich, dann ist von einer Makrohämaturie die Rede.5 Bei der IgA-Nephropathie tritt Blut im Urin häufig zeitgleich mit einem Infekt der oberen Atemwege auf. Gelegentlich kann es dann auch zu Nierenschmerzen kommen.Um sich abzusichern, sollte eine Hämaturie immer Anlass sein, sich ärztlich vorzustellen.


Blut oder erhöhte Eiweißmengen im Urin sind deutliche Warnsignale für eine Funktionsstörung der Nieren. Schäumender und bräunlich/rötlich verfärbter Urin sollten in jedem Fall ärztlich untersucht werden.

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Bluthochdruck bleibt häufig unbemerkt 

Ein Bluthochdruck kann bereits als frühes Symptom der IgA-Nephropathie auftreten.7 Stellt sich ein solcher Hochdruck schleichend ein, kann dieser auch für längere Zeit unbemerkt bleiben, da er selten Beschwerden verursacht. Nur eine Blutdruckmessung liefert dann Hinweise auf erhöhte Werte: Liegen die Werte bei mehrmaligen Messungen über 140/90 mmHg, ist eine ärztliche Abklärung angeraten. Mögliche Symptome, die in einigen Fällen auftreten können, sind Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen.Diese Beschwerden sollten Anlass geben, den Blutdruck genauer kontrollieren zu lassen. 

Eine Frau sitzt am Schreibtisch und greift sich mit einer Hand an den Kopf, um den anderen Arm hat sie eine Manschette eines Blutdruckmessgeräts umgebunden.
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Nicht alle Symptome lassen direkt an eine Nierenerkrankung denken  

Einige Symptome werden häufig verkannt, da sie unspezifisch sind und mit anderen gesundheitlichen Problemen, aber nicht mit einer Nierenerkrankung in Verbindung gebracht werden. Zu diesen Beschwerden der IgA-Nephritis gehören beispielsweise Müdigkeit und Erschöpfung. Im Laufe der Zeit sind auch Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Händen oder Füßen möglich. Schreitet die Erkrankung weiter unerkannt und unbehandelt bis zu ihrem Endstadium fort, können zusätzlich Zeichen eines Nierenversagens wie allgemeines Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie eine gelblich verfärbte Haut auffallen.9 Eine Nierenschädigung im Endstadium ist bei der IgA-Nephropathie allerdings selten: Nur knapp ein Drittel der Patient*innen entwickelt nach 20 Jahren ein Nierenversagen.10

Warum verläuft die IgA-Nephropathie häufig sogar über Jahre unerkannt? Der Grund ist, dass Nieren viele Komplikationen kompensieren können. Sogar wenn ein Teil der Nieren geschädigt ist, kann das verbleibende gesunde Nierengewebe die Funktion aufrechterhalten – zumindest bis zu einem gewissen Grad.11

Zudem ist das Nierengewebe selbst schmerzunempfindlich. Nierenschmerzen werden in der Regel dadurch verursacht, dass die Nierenkapseln, die empfindliche Nervenfasern enthalten, gereizt sind. Schmerzen in den Flanken entstehen aber erst, wenn das Nierengewebe infolge von Entzündungen deutlich anschwillt und die Nierenkapsel dadurch gedehnt wird.7

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Eine Frau in weißem Kittel schaut durch ein Mikroskop.
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Diagnose der IgA-Nephropathie 

Um die Diagnose einer IgA-Nephropathie stellen zu können, sind die Untersuchung des Blutes und des Urins und eine Nierenbiopsie erforderlich. 

Zwei Medikamentenblister liegen neben einem Blutdruckmessgerät.
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Behandlung der IgA-Nephropathie 

Mit den richtigen Maßnahmen die Nierenfunktion bewahren und das Fortschreiten der IgA-Nephropathie verlangsamen.

Quellen 

  1. Sommerer C. IgA-Nephropathie: Pathogenese, Klinik und Therapie. Hessisches Ärzteblatt. 2020; 06: 340-346. https://www.laekh.de/heftarchiv/ausgabe/2020/juni-2020, letzter Aufruf am 16.09.2023. 
  2. Rajasekaran A, Julian BA, Rizk DV. IgA Nephropathy: An Interesting Autoimmune Kidney Disease The American Journal of the Medical Sciences. 2021;361(2):176-194. doi: 10.1016/j.amjms.2020.10.003, letzter Aufruf am 16.09.2023.
  3. Wyatt RJ, Julian BA. IgA nephropathy. New England Journal of Medicine. 2013; 368(25):2402-14. doi: 10.1056/NEJMra1206793, letzter Aufruf am 16.09.2023.
  4. Habas E, Ali E, Farfar K et al. IgA nephropathy pathogenesis and therapy: Review & updates. Medicine. 2022; 101(48):e31219. doi: 10.1097/MD.0000000000031219, letzter Aufruf am 16.09.2023.
  5. Pschyrembel Online. Proteinurie. https://www.pschyrembel.de/proteinurie/K0HUR/doc/, letzter Aufruf am 16.09.2023.
  6. Pschyrembel Online: Hämaturie. https://www.pschyrembel.de/H%C3%A4maturie/K09A7, letzter Aufruf am 16.09.2023. 
  7. Lu, MN, Yanqing Y, Shangmei L et al. Podocytes are likely the therapeutic target of IgA nephropathy with isolated hematuria: Evidence from repeat renal biopsy. Frontiers in Pharmacology. 2023; 14:1148553. doi: 10.3389/fphar.2023.1148553, letzter Aufruf am 16.09.2023.
  8. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Bluthochdruck (Hypertonie). https://www.gesundheitsinformation.de/bluthochdruck-hypertonie.html, letzter Aufruf am 16.09.2023. 
  9. Öffentliches Gesundheitsportal Österreich. Glomerulonephritis. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/nieren-harnblase/glomerulonephritis.html#welche-symptome-koennen-auftreten, letzter Aufruf am 16.09.2023.  
  10. Willey CJ, Coppo R, Schaefer F et al. The incidence and prevalence of IgA nephropathy in Europe. Nephrology Dialysis Transplantation. 2023;0: 1–11. doi: 10.1093/ndt/gfad082, letzter Aufruf am 16.09.2023.
  11. Universität Heidelberg. Braucht der Mensch zwei Nieren? https://www.uni-heidelberg.de/uni/presse/RuCa1_96/kriz.htm, letzter Aufruf am 16.09.2023.