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Starker Juckreiz ist ein häufiges Symptom bei Patient*innen mit chronischen Nierenerkrankungen (CKD).1 Fachleute sprechen auch von einem urämischen Pruritus oder CDK-assoziierten Pruritus (CKD-aP).2,3 Das Jucken schränkt die Lebensqualität der Betroffenen mitunter stark ein.3–7 Durch ständiges Kratzen kann es auch zu Hautveränderungen kommen. Oftmals treten in der Folge Rötungen und Knoten auf.8 Doch warum kommt es überhaupt zu diesen Beschwerden und was ist zu tun, wenn es juckt? Erfahren Sie hier mehr über die Ursachen von juckender Haut bei Nierenerkrankungen und was Sie tun können, um Ihre Lebensqualität wieder zu verbessern.

Ursachen für den Juckreiz bei kranken Nieren

Eine Ursache für Juckreiz bei Nierenerkrankungen können Ablagerungen von Giftstoffen (Urämie) sein, die aufgrund einer Nierenschwäche nicht aus dem Blut herausgefiltert werden können. Außerdem können Entzündungen im Körper dahinterstecken, die das Immunsystem nicht mehr richtig unter Kontrolle hat. Auch eine Fehlfunktion der oberflächlichen Nerven kann das Hautjucken auslösen.2,3 Juckreiz in Verbindung mit chronischen Nierenerkrankungen kann sowohl bei Patient*innen auftreten, die regelmäßig eine Dialyse erhalten, als auch bei jenen, bei denen keine Dialyse nötig ist.Untersuchungen legen aber nahe, dass es bei einer Dialyse häufiger zu dem Symptom kommt. 5,7 Auch bei seltenen Nierenerkrankungen wie der C3-Glomerulopathie kann Hautjucken ein Symptom sein. 

Eine Frau, die sich am Arm kratzt.
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Grundsätzlich gilt: Alle Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen können von anhaltendem Hautjucken betroffen sein. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko für das Symptom Juckreiz erhöhen. Ältere und Menschen mit biologisch weiblichem Geschlecht sind zum Beispiel häufiger betroffen.2

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Stadtkarte mit roter Markierung.
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Therapiemöglichkeiten bei Juckreiz infolge kranker Nieren

Eine ursächliche Therapie des Juckreizes ist schwierig. Betroffene können jedoch verschiedene Maßnahmen ergreifen, um den Juckreiz zu lindern. Mediziner*innen raten zur Anwendung von Lotionen, die die Haut beruhigen und Feuchtigkeit spenden, um dem Juckreiz entgegenzuwirken.3,6,7 Insgesamt sollten Betroffene darauf achten, dass die Haut nicht austrocknet, indem sie beim Duschen auf heißes Wasser und kräftiges Abtrocknen verzichten.5 Lichttherapie mit UV-B-Strahlung und Akupunktur sind weitere Optionen, um die Symptome zu lindern.2,8,9 Eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit sind Medikamente wie Kalziumkanalblocker, die die Kommunikation zwischen Nervenzellen verhindern, damit diese das den Juckreiz auslösende Signal nicht weiterleiten.8,10

Eine Person, die sich die Beine eincremt.
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Zudem können Opioidrezeptor-Agonisten zum Einsatz kommen. Diese Medikamentengruppe hat eine schmerzhemmende Wirkung, wodurch der Juckreiz reduziert wird.2,11 Um der unzureichenden Filterung von Giftstoffen entgegenzuwirken, können Mediziner*innen bei Bedarf zudem prüfen, inwieweit sich die Dialyse anpassen lässt.3 Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht mit Ihnen, welche Behandlungsoption in Ihrem Fall ratsam ist. 

Drei ergänzende Tipps bei Juckreiz

  1. Kühlen Sie die betroffenen Hautstellen. Dazu eignet sich zum Beispiel ein Kühlpad oder ein gekühlter Löffel.12
  2. Um den Juckreiz zu mindern, ist es erlaubt, die betroffenen Stellen zu reiben oder leicht zu klopfen. Wichtig ist dabei, dass Sie die Haut nicht zusätzlich schädigen.12
  3. Achten Sie darauf, Ihre Fingernägel kurz und sauber zu halten, um die Haut beim Kratzen zu schonen.13
Schematische Darstellung eines Klemmbretts.
Novartis Pharma GmbH

Einschränkung der Lebensqualität durch Juckreiz bei Nierenschwäche

Patient*innen mit chronischen Nierenerkrankungen, die von Juckreiz betroffen sind, ist häufig nicht klar, dass ihr Hautjucken mit der Krankheit zusammenhängt. Viele berichten ihrem Behandlungsteam daher nicht sofort von ihren Beschwerden. So dauert es oft Monate, bevor die Behandlung des Juckreizes beginnen kann. Häufig geht das Hautjucken auch mit einem Schamgefühl einher, das Betroffene davon abhält, Mediziner*innen von ihren Beschwerden zu erzählen.7

Durch chronische Nierenkrankheiten verursachter Juckreiz kann die Lebensqualität stark einschränken. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, es gibt Möglichkeiten, Ihre Beschwerden zu lindern.

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Die Hälfte aller Betroffenen berichtet, dass der Juckreiz bei ihnen starke Schlafprobleme verursacht. Da ausreichend Schlaf wichtig für das allgemeine Wohlbefinden ist, schränkt dies die Lebensqualität stark ein.4,6,7 Zudem lässt sich mangelnder Schlaf mit einer Vielzahl an Krankheiten und erhöhtem Sterblichkeitsrisiko in Verbindung bringen.6 

Aufgrund des fehlenden Schlafes, aber auch aufgrund von anderen Faktoren, ist das Sozialleben von vielen Betroffenen eingeschränkt. Oft schämen sie sich für ihr Hautbild und den nicht zu unterdrückenden Juckreiz.6,7 Eine Umfrage unter Menschen mit Nierenerkrankungen in Deutschland hat gezeigt: 35 Prozent der Befragten gaben an, dass das Hautjucken ihre Beziehung und ihre Sexualität beeinträchtigt.6 Da die Symptome häufig zu sozialer Isolation und Einschränkung der Lebensqualität führen, ist eine Depression bei Patient*innen mit Juckreiz infolge einer chronischen Nierenerkrankung keine Seltenheit. 4,6,7 Von Juckreiz betroffene Patient*innen haben ein um mehr als 50 Prozent erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken, als Patient*innen ohne Juckreiz.Doch nicht nur Schlafstörungen und Depressionen treten bei von Juckreiz Betroffenen häufiger auf. Auch das Risiko für Infektionen ist erhöht, möglicherweise kann das Immunsystem nicht mehr angemessen auf eine Infektion reagieren. Außerdem begünstigt das Kratzen Hautinfektionen.2

Frau sitzt am Schreibtisch und hat den Kopf in die Hände gelegt.
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Eine Frau sitzt zusammengesunken in einem Flur.
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Weitere Folgen kranker Nieren

Chronische Nierenerkrankungen haben oft langfristige körperliche und psychische Auswirkungen.

Oberkörper einer Person mit Stethoskop, die ein Modell einer Niere in der Hand hält.
iStock-2151076532_sasirin pamai

Nierenversagen unter der Lupe

Bei einem Nierenversagen kann eine Dialyse oder eine Nierentransplantation notwendig sein.

Quellen

  1. Österreichische Ärztezeitung. DFP-Supplementum: Chronic Kidney Disease (CKD)-Assoziierter Pruritus – Screening, Diagnose, Therapie. https://aerztezeitung.at/2025/dfp/dfp-supplementum-chronic-kidney-disease-ckd-assoziierter-pruritus-screening-diagnose-therapie/, letzter Aufruf am 19.09.2024.
  2. Borchers M. Pruritus und die Folgen bei Dialyse nicht unterschätzen. Springer Medizin. https://www.springermedizin.de/de/nephrogener-pruritus/chronische-nierenerkrankung/pruritus-und-die-folgen-bei-dialyse-nicht-unterschaetzen/27407510, letzter Aufruf am 23.09.2024.
  3. National Kidney Foundation. Itching and Kidney Disease. https://www.kidney.org/news-stories/itching-and-kidney-disease, letzter Aufruf am 23.09.2024.
  4. Pisoni RL, Wikström B, Stacey J, et al. Pruritus in haemodialysis patients: international results from the Dialysis Outcomes and Practice Patterns Study (DOPPS). Nephrology Dialysis Transplantation, Volume 21, Issue 12, December 2006, Pages 3495–3505, doi: 10.1093/ndt/gfl461, letzter Aufruf am 19.09.2024.
  5. National Kidney Foundation. Itching (Pruritus) and Chronic Kidney Disease: A Doctor Patient Discussion. https://www.kidney.org/news-stories/itching-pruritus-and-chronic-kidney-disease-doctor-patient-discussion, letzter Aufruf am 19.09.2024.
  6. European Kidney Patients’ Federation. Improving Chronic Kidney Disease-associated Pruritus (CKD-aP) patients’ quality of life. https://ekpf.eu/wp-content/uploads/2023/10/EKPF-draft-report-final_WEB.pdf, letzter Aufruf am 19.09.2024.
  7. European Kidney Patients’ Federation. Leben mit Juckreiz aufgrund einer chronischen Nierenerkrankung (CKD*). https://www.bundesverband-niere.de/wp-content/uploads/2022/03/juckreiz-aufgrund-chronischer-nierenerkrankung.pdf, letzter Aufruf am 19.09.2024.
  8. Mettang, T. Urämischer Pruritus. Nephrologe 11, 225–235 (2016). doi: 10.1007/s11560-016-0059-0, letzter Aufruf am 23.09.2024.
  9. Brand M, Kremer AE. Systemischer Pruritus: Was gibt es Neues in Diagnostik und Therapie? Dermatologie (Heidelb). 2022; 73(8): 600–608. doi: 10.1007/s00105-022-05027-z, letzter Aufruf am 19.09.2024.
  10. Zink N. Neuropathischer Pruritus verlangt spezielle Therapie. CME 20, 42 (2023). doi: 10.1007/s11298-023-3376-4, letzter Aufruf am 23.09.2024.
  11. Thieme via medici. Opioidrezeptor-Agonisten und -Antagonisten. https://viamedici.thieme.de/lernmodul/5617707/4959027/opioidrezeptor-agonisten+und+-antagonisten, letzter Aufruf am 23.09.2024.
  12. Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V. Umgang mit Juckreiz. https://www.daab.de/hautwelt/neurodermitis/juckreiz-stress-entspannung, letzter Aufruf am 19.09.2024.
  13. ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. Bei Juckreiz Haut kühlen und cremen, aber möglichst wenig kratzen.  https://www.abda.de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/detail/bei-juckreiz-haut-kuehlen-und-cremen-aber-moeglichst-wenig-kratzen/, letzter Aufruf am 19.09.2024.